Der offizielle Treibhauseffekt

Wie die Geschichte zeigt, ist der Treibhauseffekt ein Vorgang, der in den letzten 20 Jahren Politiker rund um die Welt veranlaßt hat, politische Konsequenzen für die Staaten der Erde zu ziehen. Deshalb sollen die wichtigsten internationalen und nationalen Gremien und Institutionen samt deren Meinung zum Thema kurz vorgestellt werden.
Der Begriff "offizieller Treibhauseffekt" ist kein allgemein gültiger Begriff. Er soll innerhalb dieses Kurses nur dazu dienen, den von offizieller bzw. politischer Seite dargestellten wissenschaftlichen Vorgang zu benennen.

Der offizielle Treibhauseffekt wird unter anderem von folgenden Institutionen vertreten:

International:

  • IPCC (Interngovernment Panel of Climate Change), (1)
  • WMO (World Meteorological Organisation), (2)
  • UNEP ( United Nations Environment Program) (3)

National:

  • BMU (Bundesumweltministerium);(4)
  • DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft); (5)
  • DKRZ (Deutsches Klimarechenzentrum); (6) und MPI Hamburg (7)
  • WBGU (Wissenschaftl. Beirat der Bundesregierung; Globale Umweltveränderungen); (8)

Die Bundesregierung mit ihrem Umweltministerium wird von einem Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen ( WBGU) beraten, dessen stellv. Vorsitzender Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Visiting Professor der Oxford University (Fachbereich Physik und Christ Church College) ist. Das Gremium besteht aus 9 Wissenschaftler, darunter 5 Naturwissenschaftler.

 

Organisationsstruktur UNO, WMO, UNEP, IPCC

Die UNO als internationale Behörde gliedert sich in unzählige Unterorganisationen. Die Umweltorganisation der UNO UNEP mit seinem Direktor Klaus Töpfer, dem ehemaligen deutschen Umweltminister und die Internationale Meteorologische Organisation (WMO) bilden zusammen den Dachverband für das IPCC, ein Ausschuß, der Handlungsvorlagen für die Regierungen der UNO-Mitgliedsstaaten erarbeiten soll, als Konsequenzen aus der Globalen Erwärmung bzw. dem Treibhauseffekt.

Wissenschaftliche Basis der Aussagen des IPCC und Referenz nahezu aller etablierter Klimatologen:
Climate Change 2001: Working Group I: The Scientific Basis

Einige Autoren:

Prof. Dr. Ulrich Cubasch
Meteorologisches Institut, Freie Universität Berlin (links)
Prof. Dr. J.T. Houghton (UK),
ehem. Co-Chairman (rechts)


Zitate aus der Zusammenfassung für Politiker (9):

  1. Die globale Mitteltemperatur der Erdoberfläche hat sich seit 1861um ca. 0,6° erhöht.
  2. Die Temperaturen im 20. Jahrhundert sind die höchsten in den letzten 1000 Jahren
  3. Die Schnee und Eisbedeckung der Erde hat abgenommen.
  4. Der mittlere Meeresspiegel ist im 20. Jahrhundert um bis zu 20 cm gestiegen.

National ist der noch der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung wichtig, die diese berät.


Anbei Zitate national bedeutender Klimaforscher:

Zitat: "CO2 ist nach Wasserdampf eindeutig die Nummer zwei bei den Treibhausgasen: Seine Konzentration hat seit 1850 bereits um 100 Millionstel Anteile (ppm) auf fast 380 ppm zugenommen: Diese Differenz entspricht ungefähr dem Unterschied von der letzten Eiszeit zur gegenwärtigen Warmzeit (190 auf 280ppm). Die Wirkung der CO2-Zunahme auf die Wärmestrahlung lässt sich schon direkt messen.(10)
Prof. Dr. Hartmut Graßl, MPI Hamburg

Nachfolgend weitere wichtige Vertreter der etablierten Klimawissenschaft in Deutschland:

Zitat: "Im Industriezeitalter ist jedoch eine so markante globale Erwärmung eingetreten, daß zumindest auf der nördlichen Halbkugel das Jahr 1998 das wärmste der letzten 1000 Jahre gewesen ist." (11)

Prof. Dr. Christian Schönwiese, Universität Frankfurt

Zitat: "Es ist billiger, jetzt alternative Energien zu fördern als im Jahr 2050 pausenlos Gewitterschäden zu beseitigen." (12)

Prof. Dr. Mojib Lativ, Institut für Meereskunde Kiel

Zitat: "Wenn wir morgen unsere Emissionen um circa 60 Prozent reduzieren würden, würde ab morgen der CO2-Gehalt der Atmosphäre auch nicht weiter steigen." (13)

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf, PIK, Potsdam

Der offizielle "Treibhauseffekt" besteht aus 2 Komponenten:

der natürliche "Treibhauseffekt" und der anthropogene "Treibhauseffekt".

Der natürliche "Treibhauseffekt":

Zitat Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg:(14)

Bei einer Erde ohne Atmosphäre wäre die Oberflächentemperatur ausschließlich durch die Bilanz zwischen eingestrahlter Sonnenenergie und der vom Boden abgestrahlten Wärmestrahlung festgelegt. Diese Oberflächentemperatur würde im globalen Mittel etwa -18°C betragen. Selbst eine Atmosphäre aus reinem Sauerstoff und Stickstoff, die ja die Hauptkomponenten unserer Atmosphäre (zu ca. 99%) bilden, würde daran nichts wesentliches ändern, da diese Gase die beiden genannten Strahlungsarten nur unwesentlich beeinflussen.

Dagegen absorbieren Wasserdampf und in geringerem Masse auch CO2 (und andere Spurengase) die Sonnenstrahlung zum Teil und geben selbst Wärmestrahlung ab. In Richtung zum Erdboden übertrifft diese zusätzliche Wärmestrahlung aus der Atmosphäre die Reduktion der Sonnenstrahlung und bewirkt so am Erdboden eine höhere Energieeinstrahlung, als dies ohne solche Gase der Fall wäre. Diese vermehrte Einstrahlung führt zu einer Erwärmung des Erdbodens und (infolge verschiedener Transportvorgänge) auch der unteren Atmosphäre.

Diese Erwärmung des Bodens führt aber auch zu einem Ausgleich der Strahlungsbilanz am Atmosphärenoberrand, denn im längerfristigen Mittel muß die Erde ja genau so viel Wärmestrahlung in den Weltraum abgeben, wie sie Strahlung von der Sonne absorbiert. Die vom Erdboden nach oben gestrahlte Energie wird von den atmosphärischen Treibhausgasen (teilweise) auch absorbiert, gelangt also nur zum Teil direkt in den Weltraum. Dafür emittieren die Treibhausgase selbst entsprechend ihrer Temperatur, die aber wegen der Temperaturabnahme mit der Höhe in der Atmosphäre geringer ist als die des Erdbodens.
Daher verlässt mit zunehmender Menge an Treibhausgasen bei konstanter Bodentemperatur immer weniger Energie in Form von Wärmestrahlung die Erde in den Weltraum. Durch die erhöhte Bodentemperatur wird dieses Defizit in der Strahlungsbilanz aber wegen der erhöhten Wärmestrahlungsmenge vom Boden wieder ausgeglichen. Für diesen Ausgleich ist vor allem das atmosphärische Strahlungsfenster hilfreich, ein Spektralbereich bei 10 µm Wellenlänge innerhalb dessen die Strahlung von der Oberfläche bei wolkenloser Atmosphäre überwiegend in den Weltraum entweichen kann.

Der anthropogene "Treibhauseffekt":

Zitat Max-Planck-Institut für Meteorologie Hamburg: (14)

Werden die natürlich vorhandenen Treibhausgase (z.B. CO2) durch anthropogenen (menschlichen) Einfluss vermehrt oder durch neue Stoffe (z.B. FCKW) ergänzt, so übertrifft die dadurch verursachte zusätzliche Wärmestrahlung aus der Atmosphäre ebenfalls die verstärkte Reduktion von Sonnenstrahlung am Erdboden. Daher erhöht sich auch infolge dieses verstärkten (anthropogenen) Treibhauseffektes die Temperatur des Bodens und der unteren Atmosphäre.

Um wieviel die wichtigen Treibhausgase die Oberflächentemperatur der Erde anheben, ist nicht einfach zu bestimmen. Jetzt mögliche Messungen der Wärmeabstrahlung in den Weltraum durch Satelliten lassen auf eine Temperaturerhöhung des Bodens durch den natürlichen Treibhauseffekt um etwa 33°C schliessen. Ohne diesen läge die Bodentemperatur im globalen Mittel bei etwa -18°C. Zu dieser lebenserhaltenden Erwärmung trägt Wasserdampf den weitaus grössten Teil, etwa zwei Drittel, bei; es folgen Kohlendioxid (CO2) mit einem Anteil von ca. 15%, Ozon mit etwa 10% und schliesslich Distickstoffoxid (N2O) und Methan (CH4) mit je etwa 3%.

 

Zitat 3SAT, Nano: (15)

CO2 ist der Hauptgrund für den Treibhauseffekt. Es steigt in die Atmosphäre auf, verändert ihren Strahlungshaushalt und speichert die Sonnenstrahlen, die von der Erde reflektiert werden. Eben wie in einem Treibhaus. Die Atmosphäre heizt sich auf.

Die Folgen des anthropogenen Treibhauseffektes:

Der Verkehr auf der Straße ist in Deutschland Ursache für ein Fünftel des gesamten Kohlendioxidausstoßes - Tendenz steigend. Dürren, Überschwemmungen, Sturmfluten und ein schmelzender Nordpol: Noch nie hat es so viele Naturkatastrophen gegeben wie in den letzten Jahren. Das Zukunftsszenario ist auch nicht besser: die Welttemperatur wird wärmer, Wüstengebiete werden zunehmen und der Meeresspiegel steigt.

Das prognostizieren Klimaforscher. Ursache ist der menschengemachte Treibhauseffekt. Und der kommt zum Teil direkt aus dem Auspuff unserer Autos. Während die CO2-Emissionen in der Industrie und der Energiewirtschaft rückläufig sind, haben private Haushalte und besonders der Verkehr zugelegt. Im Vergleich zu 1990 produziert der Verkehr auf deutschen Straßen heute elf Prozent mehr Kohlendioxid als damals. CO2 ist das direkte Ergebnis von verbranntem Benzin: Kein Katalysator und kein Filter kann es reduzieren.

Offizielle Meßdaten und Computersimulationen des Treibhauseffektes:

Links ist die offizielle IPCC-Kurve der CO2-Erhöhung in den letzten Jahrzehnten zu sehen.

Klein eingeblendet findet man die Original-Messung auf dem Mauna-Loa Vulkan in Hawaii.

(zum Vergrößern anklicken)

 

Unten ist die Temperaturänderung der Welt-Oberflächentemperatur in den letzten 140 Jahren samt prognostizierten Temperatur- änderungen bis zum Jahr 2100 zu sehen. Grundlage waren anfänglich 1400, heute ca. 3000 Messorte weltweit.

Quellen alles IPCC.

 

 

Nachfolgend ist der gemessene und prognostizierte Meerespiegelanstieg zu sehen. (Quelle IPCC)

 

Quellen:
(1) IPCC: http://www.ipcc.ch/
(2) WMO (World Meteorological Organisation): http://www.wmo.ch/index-en.html
(3) UNEP ( United Nations Environment Program): http://www.unep.org/
(4) BMU (Bundesumweltministerium): www.bmu.de/
(5) DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft): http://www.dpg-physik.de/
(6) DKRZ (Deutsches Klimarechenzentrum): http://www.dkrz.de/
(7) MPI Hamburg: http://www.mpimet.mpg.de/
(8) WBGU: (Wissenschaftl. Beirat der Bundesregierung; Globale Umweltveränderungen): http://www.wbgu.de/wbgu_beiratsmitglieder.html
(
9) Climate Change 2001: http://www.grida.no/climate/ipcc_tar/wg1/005.htm
(
10) http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/865/47818/7/
(1
1) http://www.energie-fakten.de/html/klima.html
(12) http://www.faz.net/; 16.07.2002: Forscher bestätigt Klimawandel: Unwetter werden noch schlimmer
(1
3) http://www.pik-potsdam.de/~stefan/
(14)
http://www.mpimet.mpg.de/dynindex.php?s=http://www.mpimet.mpg.de/de/web/education/faq2.html
(15) Nano(3SAT) :http://www.3sat.de/3satframe.php3?a=1&url=http://www.3sat.de/nano/bstuecke/10363/
(16)http://www.rrz.uni-hamburg.de/Klima2000/deu/cuadro1A2.html
(17) Climate Change 2001: http://www.grida.no/climate/ipcc_tar/wg1/005.htm